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Ingenieurbüro   für   EMVU *   und   Schadstoffanalytik            Arthur Düser,   Hochreit 11, D-85617 Aßling
Tel  08092 4762   dueser-arthur(ät)t-online.de    www.antariksha.de
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Luftschadstoffe und Wohngifte



Nachfolgend sind die wichtigsten im Haus vorkommenen Luftschadstoffe und Wohngifte aufgelistet. Mit verschiedenen Probenahme-und Analysemethoden lassen sich diese Stoffe exakt bestimmen und auch die Quelle ausfindig machen.

      #  Lösemittel in Luft und Material
      #  Formaldehyd in Luft und Material
      #  Holzschutzmittel / Pestizide / Biozide in Luft und Material
      #  Schimmelpilze / Hefen in Luft und Material
      #  PCB in Luft und Material
      #  Glykolverbindungen in der Luft
      #  Flammschutzmittel im Material
      #  Diisocyanate im Material
      #  Kohlendioxyd in der Luft
      #  Phthalate (Weichmacher) in Luft und Material
      #  PAK im Material
      #  Aldehyde und Ketone in Luft und Material
      #  Dioxine und Furane in Luft und Material
      #  Asbest in Luft und Material
          und vieles andere

 
 

Luftschadstoffe und Wohngifte - eine kurze Beschreibung

L ö s e m i t t e l
Die wichtigsten in Wohnräumen vorkommenden Lösemittel ( VOC's) lassen sich im wesentlichen auf ca 60 verschiedene Stoffe (z.B. Benzol,Toluol, Xylol, Styrol, Acetate usw.) eingrenzen und kommen vor in :
Farben und Lacken (auch umweltfreundliche Lacke und Naturfarben sowie wasserverdünnbare Lacke), Lasuren, Versiegelungen, Imprägnierungen, Klebstoffe, Teppichbodenkleber, Verdünner, Reiniger, Reinigungsmittel, Wachse, Öle, Extraktionsmittel, Kosmetika, Duftöle, Holz, Bitumen, Zigarettenrauch, Entfettungsmittel, Schuhcreme, Abbeizer, Fußbodenbeläge, Kunststoffe, Harze, Schaumstoffe und Kunstlatex, Möbel, Reinigungen, Tankstellen, Straßenverkehr, Industriebetriebe, Tiefgaragen, Autoinnen-raum, Kraftstoffe, Heizöl, usw.
Beschriebene Gesundheitsstörungen:
Hirnschäden, Nervenschäden, Allergien, Ekzeme, Leberschäden, Kreislaufstörungen, Haut-und Schleimhautstörungen, Nierenschäden, Krebspromotion, alle Symptome des MCS, CFS und SBS  (MCS, CFS, SBS siehe unten)

F o r m a l d e h y d
Formaldehyd wird im wesentlichen in Harzverbindungen eingesetzt, die mit zunehmender Temperatur ausgasen können. In Gasform ist Formaldehyd ein stechend riechendes Gas, welches jedoch meistens erst in Konzentrationen von mehr als 0,1ppm durch den Geruch wahrgenommen wird. Formaldehyd gast auch noch mehrere Jahrzehnte in bedenklichen Konzentrationen aus.
Formaldehyd kann enthalten sein in:
Spanplatten, Sperrholz, Hartfaserplatten, Mineralfaserplatten, Holzleimen, säurehärtenden Lacken, Papier, Ortsschäume, Bindemittel, Kleber, Schaumstoffe, Waschmittel, als Konservierungsstoff in Spülmitteln, Seifen, Kosmetika und Shampoos, Desinfektionsmitteln, Haushaltsreiniger, Tabakrauch, Textilien - insbesondere bügelfreie, knitterfreie, pflegeleichte Baumwolle, auch in Naturholz in geringen Mengen.
Als Gesundheitsstörungen werden beschrieben: (nur das eingeatmete Formaldehyd ist bedenklich)
Allergien, Sensibilisisierung, Asthma, Bronchitis, Erkältungen, anhaltender Schnupfen, Akne, Augenentzündungen, Haut-und Schleimhautreizungen, Ekzeme, Ausschläge, Kopfschmerzen, Nervenentzündungen, Lymphknotenschwellungen, Nierenerkrankungen, Psychische Störungen, Haarausfall, Schlafstörungen, Antriebsunlust, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwindel und andere  und/bzw. Symptome des MCS, CFS, SBS

H o l z s c h u t z m i t t e l / P e s t i z i d e
In Wohnungen kommen im wesentlichen Fungizide, Insektizide und Bläueschutzmittel vor. In hohen Konzentrationen wurden Holzschutzmittel nicht nur zum eigentlichen Schutz gegen Schädlinge, sondern auch aus dekorativen Gründen(Farbgebung) im Innenraum verwendet. Bis Anfang der achtiger Jahre war in den meisten Holzschutzmittel PCP enthalten, erst seit 1990 ist PCP in Deutschland generell verboten, seit Anfang der 80er Jahre wurde es nicht mehr in Holzschutzmitteln eingesetzt. Die am häufigsten verwendeten Holzschutzmittel sind PCP und Lindan. Außer PCP werden auch heute noch fast alle gängigen Holzschutzmittel eingesetzt. Importwaren wie Leder (Schuhe) und Baumwolle enthalten oft Pestizide, auch noch PCP. Es sind mehrere hundert verschiedene Pestizide auf dem Markt. Oft werden Schafwoll-Produkte (Teppiche) mit Permethrin bzw. Pyrethroiden ausgerüstet (Vorsicht bei Wollsiegel !). Holzschutzmittel/Pestizide gasen mehrere Jahrzehnte lang aus und werden über Atmung, Hautkontakt und Nahrungsmittel aufgenommen. Hohe Sekundärkontamination.
Holzschutzmittel/Pestizide können enthalten sein in:
Holzschutzmitteln, Schutzfarben, Lacken und Lasuren, Pflanzenschutzmittel, Kammerjägermittel, Insektenvertilgungsmittel, Mückenvertilger(Verdampfer), Teppichen, Leder, Schuhen, Naturstoffen insbesondere Baumwolle, Algenschutzanstrichen usw.
Folgende chronische Vergiftungserscheinungen sind beschrieben:
Allergien, Blutungsneigung infolge Gerinnungsstörung, Gewichtsverlust, Immunschäden, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwitzen, Übelkeit, Unwohlsein, Schwindel, Akne, Pilzerkrankungen, Hautveränderungen, Muskelzittern, Krämpfe, Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen mit Kribbeln und Taubheit, nervöse Unruhe, Konzentrationsstörungen, Gemütsschwankungen, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und  noch viele weitere  Symptome wie MCS, CFS, SBS.

P C B    Polychlorierte Biphenyle
Seit den siebziger Jahren verboten ist es jedoch noch in großen Mengen enthalten in alten
elastischen Fugendichtungsmassen, Klebstoffen, dämmenden Anstrichen, Kleinkondensatoren
(häufig in Leuchtstofflampen Achtung bei bräunlichem Auslauf) usw.
Gesundheitstörungen: Selbst in geringsten Mengen giftig. Leber,-Milz- und Nierenschäden,
Zerstörung des Immunsystems, Verdacht auf Krebserregung, SBS, MCS, CFS

S c h i m m e l p i l z e / H e f e n
Schimmelpilze sind meist an feuchten Wänden angesiedelt, oft nicht sichtbar, auch in Blumenerde, extrem nach Wasserschäden. Gerne im Bad. Hefen (Candida albicans) oft in Kühlschränken und Waschmaschinen
Gesundheitsstörungen durch Pilzsporen, Stoffwechselprodukte (MVOC) und direktem Befall:
SBS, CFS, Allergien, Schleimhautbeschwerden, Dauerschnupfen.

P h t h a l a t e / W e i c h m a c h e r
Weichmacher werden Kunststoffen zugesetzt, um diese elastisch und weich zu machen. Insbesondere PVC besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Phthalaten. Phthalate gasen mit
der Zeit aus (der Kunststoff wird spröder) und wandert auch in benachbarte Materialien über.
Gesundheitsstörungen:
Der in größten Mengen hergestellte Weichmacher DEHP, ist im Tierversuch krebserregend

F l a m m s c h u t z m i t t e l
Flammschutzmittel werden in verschiedenen Materialien, insbesondere Kunststoffen zugesetzt,
um die Entflammbarkeit herabzusetzen.
Die wichtigsten Flammschutzmittel sind: TCPP, TCEP und TBEP.
Die Flammschutzmittel sind oft enthalten in Kunststoffgehäusen elektronischer Geräte wie Computer-Monitore, Fernseher usw.. Weiter in Bodenbelägen, Dämmstoffen auf Kunststoffbasis, Ausschäummittel insbesondere Montageschäume, Farben, Tapeten, Matratzen, Möbelstoffen und
in einigen Bodenpflegemitteln. In letzter Zeit leider auch in der Siegelschicht des Naturproduktes Linoleum einiger Hersteller.
Da verschiedene Flammschutzmittel auch gleichzeitig Weichmacher für sonst spröde Kunststoffe sind, werden viele Kunststoffe mit diesen Chemikalien belastet
Die Flammschutzmittel gasen aus und lagern sich wieder an anderen Stoffen an und können so vom Körper aufgenommen werden..
Beschriebene Gesundheitsstörungen:
Nervenstörungen, Allergien, Krebs, Leberstörungen.
 

A l d e h y d e   u n d  K e t o n e
Außer dem sehr häufig vorkommenden Formaldehyd gibt es verschiedene andere höherwertige Aldehyde und Ketone, die aus verschiedenen Materialien ausgasen und die Raumluft belasten. Quellen sind z.B. Alkydharzlacke und trocknende Öle, wie sie in Naturharzlacken, Leinölfirnis und Linoleum vorkommen. Während des sehr langen Trockenprozesses werden Aldehyde und Ketone abgespalten. Auch in Duftölen und durch Koch-und Backdämpfe.
Beschriebene Gesundheitsstörungen.
Reizungen der Schleimhäute der Augen und Atemwege, Geruchsbelästigung, sonst wie Formaldehyd
(Aldehyde) und Lösemittel (Ketone). MCS, CFS, SBS

MCS
Multiple Chemical Sensitivity - Vielfache Chemikalienunverträglichkeit
Der Körper reagiert übersensibel auf Chemie durch Schädigungen des zentralen Nervensystems und Belastungen von Herz-Kreislauf, Lungen, Gelenke, Muskeln, Hals-Nasen-Rachenraum durch einmalige hohe Konzentration oder langandauernde geringe Konzentration

CFS
Chronic Fatigue Syndrom - Chronisches Müdigkeitssyndrom
Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
durch Störungen des Immunsystems durch Umweltbelastungen (z.B. Lösemittel ) 

SBS
Sick Building Syndrom - krankes Haus Syndrom
Oberbegriff für Krankheitsbilder und Befindlichkeitszustände durch
Baustoffe - Einrichtung - Licht - Heizung - Klima - Bakterien - Pilze - VOC (Lösemittel )

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) beschreibt folgende Symptome für SBS:
- verstopfte Nase
- Juckreiz der Nasenschleimhäute
- tropfende Nase
- ausgetrocknete Schleimhäute
- tränende, juckende Augen
- Engegefühl der Brust
- Erschöpfungszustände
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsstörungen
- Übelkeit und Schwindel
- unspezifische Überempfindlichkeit
 

Die obigen umfangreichen Aufzählungen möglicher Krankheitsbilder soll Sie nicht beunruhigen, die Symptome müssen nicht auftreten. Ein Ausbleiben von Wirkungen soll Sie jedoch auch nicht in falsche Sicherheit wiegen. Einige Menschen reagieren aufgrund eines sehr guten Immunsystems nicht oder erst nach vielen Jahren auf bestimmte Wohngifte, andere bemerken ein oder mehrere Symptome oft schon beim ersten Kontakt mit den Wohngiften. Das gleichzeitige Auftreten von mehreren Wohngiften multipliziert oft die pathogenen Wirkungen.

 

Copyright 2011 Arthur Düser, Assling